Aktualisierte Bevölkerungsprognose wegen geringerer Wanderungsgewinne

Region Heilbronn-Franken rüstet sich für den demografischen Wandel

 
     
 

Januar 2009

Die demografischen Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren stark verändert: Im ländlichen Raum gingen die Geburtenraten weiter zurück und die regionalen Wanderungssalden liegen deutlich niedriger als zuletzt angenommen. Deshalb hat der Regionalverband Heilbronn-Franken seine Bevölkerungsprognose aus dem Jahre 2004 aktualisiert und damit auf die veränderten Prognosewerte auf Bundes- und Landesebene reagiert.

Die Region Heilbronn-Franken hat in den letzten Jahren die demografischen Veränderungen deutlich zu spüren bekommen. Seit 2002 wurden die erwarteten Wanderungsgewinne nicht mehr erreicht; vielmehr gab es im Jahre 2006 erstmals seit 1982 einen Abwanderungsüberschuss von 274 Menschen. Gleichzeitig weitet sich das Geburtendefizit von Jahr zu Jahr weiter aus.

Trotzdem geht der Regionalverband davon aus, dass die Region Heilbronn-Franken weiterhin eine Zuwanderungsregion ist, so dass der Höchststand von ca. 903.600 Einwohnern zum Ende des Jahres 2025 erreicht sein dürfte. Dies entspräche einem Zuwachs gegenüber dem Prognosebeginn von knapp 17.000 Einwohnern (+1,9%). Nach einer kurzen Phase der Stagnation ist mit einem sich beschleunigenden Rückgang zu rechnen, so dass zum Ende des Prognosezeitraums (01.01.2037) in etwa der gegenwärtige Bevölkerungsstand wieder erreicht wäre.

Diese Entwicklung ist jedoch allein auf die jährlichen Wanderungsgewinne zurückzuführen, denn ohne Wanderung gibt es von heute an einen stetigen Bevölkerungsrückgang, der sich bis 2037 auf etwa 77.700 Einwohnern beläuft. Dieser Rückgang von immerhin 8,8% entspräche in etwa der heutigen Einwohnerzahl der großen Kreisstädte Crailsheim, Öhringen und Bad Mergentheim zusammen.

Wesentlich dramatischer verändert sich die Altersstruktur. Der Anteil der 0 bis 20-Jährigen an der Gesamtbevölkerung sinkt kontinuierlich von 22,4% auf 18,1%. Auch bei den 20 bis 40-Jährigen sinkt der Anteilswert um vier Prozentpunkte. Im Gegensatz hierzu erhöhen sich die Anteile der älteren Altersgruppen: Die 60 bis 75-Jährigen legen von 14,9% auf 20,6% zu, um vier Prozentpunkte steigt der Anteil der 75 bis 85-Jährigen und zu mehr als einer Verdopplung kommt es bei den über 85-Jährigen.

Für die Regionalplanung bedeuten diese Orientierungswerte eine behutsame Weiterentwicklung bei den Wohnbauflächenausweisungen in den einzelnen Kommunen, wobei die Prognose klar zum Ausdruck bringt, dass auch in Zukunft wachsende und schrumpfende Gemeinden räumlich dicht beieinander liegen können. Wegen der Entwicklung bei den jüngeren Altersgruppen, dürfte der Kampf um die besten Köpfe zwischen den Regionen noch weiter zunehmen. Da die wirtschaftliche Entwicklung zu einem bedeutenden Maße die Regionalentwicklung insgesamt beeinflusst, gilt es demnach auch in Zukunft die Attraktivität der Region Heilbronn-Franken weiter auszubauen, was eine noch stärkere Kooperation aller regionalen Akteure erfordert. Dabei bringt sich der Regionalverband aktiv mit ein, z.B. durch die Mitarbeit beim Pakt Zukunft oder auch die Begleitung von bundesweiten Modellvorhaben der Raumordnung, durch die Ansätze entwickelt werden, demografische Probleme abzumildern und die Infrastruktur entsprechend der demografischen Veränderungen umzugestalten.

Das aktuelle Info-Heft zur Demografischen Zeitenwende in der Region Heilbronn-Franken kann kostenlos beim Regionalverband Heilbronn-Franken, Frankfurter Straße 8, 74072 Heilbronn bestellt oder hier als pdf heruntergeladen werden.

Ansprechpartner: Dr. Andreas Schumm (Tel.: 07131/621011 oder schumm@regionalverband-heilbronn-franken.de )

 

 
 

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