


Die Region Heilbronn-Franken liegt in Süddeutschland nördlich von Stuttgart zwischen Neckar und Main.
Mit 4.765 km² ist die Region Heilbronn-Franken nicht nur die flächenmäßig größte in Baden-Württemberg, sondern landes- und bundesweit eine wachstumsstarke Region. Die größte Dynamik zeigte sich über viele Jahre im überdurchschnittlichen Bevölkerungszuwachs, der Zunahme der Arbeitsplätze und zahlreicher neuer Wohnungsbauschwerpunkte. Zwischenzeitlich befindet sich die Region sozusagen in einer Konsolidierungsphase. Die gesamte Region Heilbronn-Franken gehört seit 2007 zur Europäischen Metropolregion Stuttgart.
Die Region wird geprägt durch ihre landschaftliche, kulturhistorische und wirtschaftliche Vielfalt. Die weiten fruchtbaren Muschelkalkebenen, die tief eingeschnittenen Täler von Neckar, Kocher und Jagst, Main und Tauber, die im wesentlichen bis heute die Hauptschlagadern darstellen, und die waldreichen Keuperberge mit ihren Naturparks im Süden bilden die Grundlage für die gewachsene Kulturlandschaft. Die ehemalige territorialgeschichtliche zersplitterte Raum hat sich heute zu einer vielfältigen stabilen Region gewandelt, was sich in einer ökonomischen Struktur widerspiegelt, die von der Landwirtschaft, der holzbe- und -verarbeitenden Industrie, den Kraftwerken am Neckar, der Fahrzeugbau-, Maschinenbau- und Elektrotechnikindustrie und den Logistikbetrieben bis hin zu modernen Finanzdienstleistern sowie der Informationstechnologie und Softwareentwicklung reicht.
Das Oberzentrum der Region ist die Stadt Heilbronn. Sie liegt im Südwesten der Region und nimmt zahlreiche überörtliche Funktionen wahr wie Arbeitsplätze, Gesundheitsversorgung, Ausbildung, Versorgung/Einkaufen usw. Gut 120.000 Einwohner hat die Stadt, der Einzugsbereich umfasst aber knapp 400.000 Einwohner. Das Oberzentrum wird ergänzt durch die acht Mittelzentren Neckarsulm, Öhringen und Künzelsau, Schwäbisch Hall und Crailsheim sowie Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim, die sich recht gleichmäßig auf die Region verteilen.
In der Region Heilbronn-Franken leben derzeit ca. 883.000 Einwohner. Vier Fünftel der Region gehören zum Ländlichen Raum und mehr als die Hälfte der regionalen Bevölkerung lebt hier. Mit durchschnittlich 185 Einwohnern je Quadratkilometer ist die Bevölkerungsdichte geringer als in Baden-Württemberg oder in der Bundesrepublik. Der Begriff ‚Ländlicher Raum' wird oft mit einer gewissen Geringschätzung verbunden. Die ehemaligen ‚Armenhäuser' haben sich jedoch in den vergangenen 20, 30 Jahren zu selbstbewussten Teilräumen entwickelt, die in ihrer Dynamik, ihrer wirtschaftlichen Entwicklung, ihrem Bevölkerungs- und Arbeitsplatzzuwachs ganz wesentlich zur prosperierenden Entwicklung beitragen. Über die ganze Region verteilt, vielfach in kleinen Siedlungen, finden sich zahlreiche Betriebe, die als kleine und mittelgroße Unternehmen ganz überwiegend zum Mittelstand zählen. Durch Spezialisierung und Besetzen von Marktnischen haben sich viele von ihnen zu Weltmarktführern entwickelt, was zu einer außergewöhnlich hohen Dichte von "hidden champions" in der Region Heilbronn-Franken geführt hat.
Auch als Wohnstandort hat der Ländliche Raum Qualitäten, vereint er doch relativ viel Wohnfläche pro Kopf, eine hohe Eigentumsquote und ein weitgehend intaktes soziales Umfeld mit einer Landschaft, die viel Freiraum, Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten bietet. Die ausgewogene Wirtschaftsstruktur führt dazu, dass die Zahl der Auspendler aus der Region relativ gering ist. Allerdings bedingt das Leben im Ländlichen Raum eine vergleichsweise hohe individuelle Mobilität über oft größere Entfernungen, um Wohnen, Arbeiten, Ausbilden, Einkaufen und Freizeit miteinander vereinbaren zu können. Mit ca. 72 Kraftfahrzeugen je 100 Einwohner ist die Fahrzeugdichte entsprechend hoch.
Daneben bleibt die Landwirtschaft mit ihren Äckern, Wiesen und Weinbergen das landschaftlich bestimmende Bild. Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist in den vergangenen Jahrzehnten dennoch stetig zurückgegangen. Bei immer weniger, aber immer größer werdenden Betrieben hat sich die Zahl der Beschäftigten seit 1980 halbiert. Sie sind erfolgreich vom produzierenden Sektor oder vom Dienstleistungsbereich aufgenommen worden.
Heilbronn-Franken hat mit über 4000 km das längste überörtliche Straßennetz aller Regionen, davon 188 km Autobahnen. Die Autobahnen A 6 und A 81 erschließen die Region von West nach Ost und von Nord nach Süd und binden sie zusammen mit den tangierenden Autobahnen A 3 und A 7 in das großräumige bundesdeutsche Straßennetz ein. So wie die Eisenbahn vor 150 Jahren einen wirtschaftlichen Schub auslöste, so hat der Bau der Autobahnen in der Region einen Entwicklungsschub durch neue Verkehrsbeziehungen, schnellere Überwindung großer Entfernungen, die problemlose Überwindung tiefer Täler und neue Möglichkeiten der Siedlungsentwicklung aus den engen Tallagen hinaus auf die Höhen ausgelöst.
Das Schienennetz erschließt die Region - wie im vorletzten Jahrhundert angelegt - weitgehend in den Tallagen und damit zahlreiche Städte und Siedlungen. Während die Einbindung in das bundesdeutsche Schienenfernverkehrsnetz nicht den regionalen Vorstellungen entspricht, zeigt die Schiene bei der Stadtbahn im Raum Heilbronn, welches Potenzial sie hat: Eine Erfolgsgeschichte, die vor allem durch die Akzeptanz der Menschen geschrieben wird.
Mit Neckar und Main hat die Region Zugang zu zwei Binnenwasserstraßen. Der Hafen in Heilbronn schlägt die Hälfte aller Güter auf dem Neckar um, der Hafen in Wertheim hat naturgemäß ein kleineres Format. Das neue Containerterminal im Hafen Heilbronn stellt einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Neckars als Binnenwasserstraße dar. Die zwei auf den neuesten technischen Stand gebrachten Verkehrslandeplätze in Schwäbisch Hall und Niederstetten runden die regionale Verkehrsinfrastruktur ab.
Die Gegensätze und die Vielfalt, die bewegte Vergangenheit und die dynamische Gegenwart sind die treibenden Kräfte, die die Region Heilbronn-Franken formen und zusammenhalten. Die künftige Entwicklung, die vor allem durch eine starke Veränderung der Bevölkerung bestimmt sein wird, kann deshalb nur erfolgreich bewältigt werden, wenn auf diesem Fundament eine noch stärkere Zusammenarbeit aufbaut.