21. Februar 2005
In der Unicef-Kinderstadt-Heilbronn fand eine Veranstaltung zum
Modellvorhaben der Raumordnung „Kinderfreundliche Region
Heilbronn-Franken“ in den Räumen der IHK Heilbronn-Franken
statt. Alle Referenten betonten, die Kinder- und Familienfreundlichkeit
sei in Zukunft ein wichtiger Standortfaktor. Dr. Hans-Peter Gatzweiler
vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Bonn-Bad Godesberg
„Die Region setzt an den Ursachen an: agieren statt reagieren!
Vor ca. 150 Tagungsteilnehmern betont die Präsidentin des
Statistischen Landesamtes Frau Dr. Gisela Meister-Scheufelen,
die extrem niedrigen Geburtenzahlen seien auf ein Ursachenbündel
zurückzuführen. „Weder die mangelnden Betreuungseinrichtungen
noch die Berufstätigkeit von Frauen von 72 % seien für
sich genommen die Ursachen.“ Vielmehr seien besonders die
positiven Stimmungslagen sehr wichtig, wie im Nachkriegsdeutschland
zur Zeit der Babyboomer-Jahrgänge in den 60-er Jahren oder
heute in Frankreich.
Die Region Heilbronn-Franken habe im Bereich Ganztagsbetreuung
noch kräftig aufzuholen. Frau Eva Schulte vom Regionalverband:
„Weite Teile des ländlichen Raumes weisen heute bei
dem Kindergartenangebot eine Vollversorgung auf, aber bei dem
Ganz-tagsangebot sind verlässliche Angebote noch die Ausnahme.“
Anhand der Komplettbefragung aller Eltern von Kindern von 0 –
10 Jahren in Wüstenrot im südlichen Teil der Region
wird deutlich, dass ca. ein Viertel der Befragten ein Ganztagsangebot
wünschen.

Vor dem Hintergrund der pro Jahr schon heute fehlenden ca. vier-tausend
Kinder in der Region fordert Verbandsdirektor Dr. Ekkehard Hein,
die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Kinderwunsch durch bessere
Betreuungs- und Bildungsmöglichkeiten in der Region anzubieten:
„Eine lebendige Gemeinde ist eine der nächsten Generation
verpflichtete Gemeinde.“
Die einzelnen Maßnahmen im Betrieb zur Vereinbarkeit von
Familie und Beruf, die Entwicklungschancen für Kinder, kindgerecht
gebaute Lebensräume sowie die bessere Kinderbetreuung zum
Vorteil von Kind und Familie wurden engagiert in Arbeitsgruppen
diskutiert mit vielen einzelnen Empfehlungen. Einheitlicher Grundtenor
blieb, nur über flexible Arbeitszeiten, eine flankierende
Ganztagsbetreuung und eine positive kinderfreundliche gesellschaftliche
Akzeptanz und Stimmungslage lassen sich Karriere und Kinder problemlos
nebeneinander verbinden.
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