Pressemitteilungen zum Projekt

Kinderbetreuung ist riesige Herausforderung für zukunftsfähige Region

 

- Chancen für qualifizierte Kinderbetreuung verbessern -

Wie sieht heute die Kinderbetreuung in der Region aus? Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind Betreuungseinrichtungen für Kinder konstitutiv. So hat die McKinsey-Studie „Perspektive Deutschland“ im Mai 2004 aufgezeigt, dass für Realisierung des Kinderwunsches bei den Rahmenbedingungen neben den finan-ziellen Ansprüchen auch verlässliche Kinderbetreuungseinrichtun-gen vorhanden sein müssen. Ansatzpunkt muss eine Analyse der Kinderbetreuung in der Region sein. Verbandsdirektor Dr. Ekkehard Hein sieht in der Verbesserung der qualifizierten Betreuungssituation in den Gemeinden der Region „die größte Herausforderung in den kommenden Jahren“.

Im Rahmen des Modellvorhabens „Infrastruktur und demographischer Wandel“ wurden vom Regionalverband Heilbronn-Franken für alle Gemeinden der Region die Betreuungssituation auf der Basis der Erhebung 2002 ausgewertet.
Zunächst ist positiv festzustellen: bei Kindergartenplätzen besteht eine Vollversorgung. Hein: „Die kommunalen Kraftanstrengungen haben sich gelohnt, das Versorgungsangebot ist eindrucksvoll bedarfsgerecht komplementiert.“ Das Versorgungsniveau in den Gemeinden schwankt zwischen 80,3 % und 150 %. Bei einigen wenigen Kindergärten wird bei zusammenhängenden Öffnungszeiten ein gemeinsames Mittagessen angeboten. Dagegen sind Ganztagsplätze für Kinder noch eher Mangelware. Bis vor zwei Jahren gab es nur in 18 von 111 Gemeinden in der Region über-haupt ein Ganztagsangebot, davon in zwölf Gemeinden unter 5 %. Nur Heilbronn, Bad Friedrichshall, Güglingen, Löwenstein, Öhrin-gen, Schwaigern und Untergruppenbach hatten auch ein Angebot für mehr als 5 % der Kindergartenkinder.

Für unter 3-jährige Kinder standen nur in 14 Gemeinden Kinder-krippenplätze zur Verfügung, das sind noch nicht einmal Plätze für jedes 100. Kind. Das Angebot ist schwerpunktmäßig in den größeren Städten und Gemeinden konzentriert. Außerdem werden häu-fig erst Kinder ab dem Alter von 2 oder 2,5 Jahren aufgenommen. Den ganz überwiegenden Teil der Betreuung übernehmen bei den berufstätigen Frauen offensichtlich privat organisierte Netzwerke, Großeltern, Nachbarn, Freunde und Tagesmütter.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei dem Angebot an Hortplätzen für Schülerinnen und Schüler zwischen 6,5 und 14 Jahren. Nur in ca. 15 % der Gemeinden gibt es überhaupt ein solches ganztätiges Betreuungsangebot für Schulkinder, dort bewegt sich die Versor-gungsquote zwischen 0,2 % und 3,6 %.

Die meisten Angebote, die über den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz hinausgehen, sind nach Auskunft der Verwaltungen seit Anfang der 90er Jahre entstanden. Mehrere Gemeinden haben in den letzten zwei Jahren ihr Angebot erweitert, d.h. in einzelnen Fällen hat sich gegenüber den oben genannten Angaben die Situation verbessert.

Die Kommunen stehen heute in Anbetracht der finanziellen Eng-pässe vor nur schwierig zu lösenden Herausforderungen. Aufgrund der zunehmenden Berufstätigkeit der Frauen wächst der Bedarf und der Druck der Eltern nach Ganztagsbetreuung, damit sich Beruf und Familie vereinbaren lassen. Der tatsächliche Bedarf dürfte bei ca. 20 – 30 % der Familien vorhanden sein.

Ein erster Ansatzpunkt könnten in einzelnen Kommunen die aufgrund der leider weiterhin rückläufigen Geburtenzahlen sich im Kindergarten schon abzeichnenden Überkapazitäten sein. Einzelne Gemeinden nutzen diese Kapazitäten beispielsweise zum Ausbau der Ganztagsbetreuung oder um Angebote auch für unter 3-jährige Kinder machen zu können. Diese Chance zum möglichst kostenneutralen ersten Einstieg sollte von den Trägern der Kindergärten befördert werden.

 

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