Pressemitteilungen zum Projekt

Modellvorhaben für eine kinderfreundliche Region

   
Für den Direktor des Regionalverbandes Heilbronn-Franken, Dr. Ekkehard Hein, ist es schon lange klar: die demografische Entwicklung in der Bundesrepublik ebenso wie in der Region ist Besorgnis erregend. Die Zahl der über 60-Jährigen steigt, dagegen ist die Zahl der unter 30-Jährigen im Sinken begriffen - mit all den bekannten Folgen für die Wirtschaftsstruktur dieses Landes.
Aus eben diesem Grunde hat sich der Regionalverband Heilbronn-Franken im vergangenen Jahr mit einem Konzept an einem Wettbewerb des Bundes für Modellvorhaben der Raumordnung beteiligt. Dieses Konzept orientiert sich an den Ergebnissen der Prognos-Studie, die die IHK Heilbronn im Jahr 2002 veröffentlicht hat. Die besagt, dass eine Region in etwa 15 bis 20 Jahren einen um so größeren Standortvorteil hat, je mehr junge Arbeitskräfte vorhanden sind. Dieses Ziel kann die Region nur dann erreichen, wenn sie schon heute die entsprechenden Kinder- und Familien freundlichen Weichen stellt.
Das Vorhaben fand den Gefallen der Jury und gewann damit einen der mit 60.000 Euro dotierten Preise. Kernpunkte des Konzeptes sind einerseits die Kooperation mit den Wirschaftskammern bzw. der Akademie für Information und Management (AIM) und andererseits drei Modellprojekte in Untergruppenbach, Wüstenrot sowie in Bad Mergentheim. Um deren intensive fachliche Betreuung zu sichern, hat man sich beim Regionalverband dazu entschlossen, einer eigens dafür eingestellten Mitarbeiterin diese Aufgabe zu übertragen.
Eva Schulte hat nun ihren ersten Arbeitsbericht vorgelegt, in dem sie über den Ist-Zustand sowie den Stand der Projekte informiert. Naturgemäß nimmt bei der Bestandsaufnahme die Situation der Kinderbetreuung einen relativ breiten Raum ein. Demnach steht sowohl in der Region als auch in den drei Modellgemeinden für jedes Kind verlässlich ein Kindergartenplatz zur Verfügung. Damit kann man von einer Vollversorgung ausgehen. Anders sieht es bei den Ganztagsplätzen und Hortplätzen für Schulkinder aus. Solche stehen in der Region, außer in der Stadt Heilbronn, kaum zur Verfügung. Dieses Defizit stellt schon heute einen nicht unbeträchtlichen negativen Standortfaktor dar.
So hat die Gemeinde Wüstenrot zusammen mit dem Regionalverband einen Fragebogen erarbeitet, der die Informationsgrundlage liefern soll, mit deren Hilfe man das Betreuungsangebot für Kinder an den Bedarf der Familien angepasst werden kann. Der Fragebogen ist so formuliert, dass er später gegebenenfalls auch in weiteren Gemeinden eingesetzt werden kann.
In Untergruppenbach hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, einige Kindergärten in so genannte Modellkindergärten umzuwandeln. Diese sollen stärker auch frühkindliche Bildungsmöglichkeiten bieten, die das einzelne Kind in seiner Entwicklung fördern. Wichtig dabei: die konstruktive Zusammenarbeit mit den Eltern.
In Bad Mergentheim soll ein besonders familienfreundliches Wohngebiet entstehen. In den nahe gelegenen Schulen haben Mitarbeiter des Bauordnungsamtes mit Schülern der fünften und achten Klasse gesprochen und sie aufgefordert eigene Pläne für das Neubaugebiet zu zeichnen und zu entwickeln. Heraus kamen dabei sehr detaillierte Ideen, die von den Architekten mit in die Planungen aufgenommen wurden. Vorgesehen ist unter anderem ein zentraler Platz, der sowohl als Treffpunkt als auch als Spielbereich dienen kann. Das gesamte Baugebiet wird verkehrsberuhigt. Für ausreichend Grün wird ebenfalls gesorgt.
 
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