Neckar-Schleusenverlängerung - Bund und Land einigen sich

 
     
     
 

Die geplante Verlängerung der Neckarschleusen bleibt auf der Tages-ordnung. Nachdem Ende des Jahres 2006 die Aufnahme der Ver-längerung der Neckarschleusen in den neuen Investitionsrahmenplan des Bundes für den Zeitraum 2006 – 2010 bekannt geworden war, blieb zunächst die Frage nach der vom Bund gewünschten Unterstützung für die Maßnahme offen.

Auf einer Veranstaltung im Rahmen des ‚Forum Binnenschifffahrt’ am 20. März 2007 in Stuttgart teilte nun das Innenministerium Baden-Württemberg zusammen mit der zuständigen Bundeswasserstraßen-verwaltung neueste Verhandlungs- und Planungsergebnisse mit. Danach sollen die Planungen zur Verlängerung der Neckarschleusen auf 140 m bis etwa 2012 abgeschlossen werden. Eine Umwelt-verträglichkeitsuntersuchung wurde bereits in Auftrag gegeben. Anschließend soll mit dem Bau begonnen werden, und zwar von der Neckarmündung flussaufwärts. Wenn alles reibungslos läuft, soll der Ausbau bis zum Jahr 2025 fertig sein; dabei wird an jeder der 27 Stau-stufen eine Schleusenkammer verlängert. Der Hafen Heilbronn könnte etwa ab dem Jahr 2021 von den verlängerten Schleusen profitieren - dann wären Schiffe mit einer Länge von 135 m in der Lage, vom Rhein direkt den Neckar flussaufwärts zu befahren. Heute dürfen die Binnen-schiffe auf dem Neckar nur eine Länge von 105 m haben, da die Schleusenkammern mit einer Länge von 110 m zu kurz sind für die auf dem Rhein und den übrigen Nebenflüssen fahrenden Standardschiffe.

Es wird nicht nur bei der Verlängerung der Schleusen bleiben, die einen Kostenaufwand von ca. 160 Mio. Euro ausmachen. Weitere ca. 200 Mill. Euro werden in die Sanierung und Modernisierung der Schleusen ge-steckt, die teilweise 80 Jahre alt sind. Das Land Baden-Württemberg wird sich finanziell nicht am Ausbau der Schleusen beteiligen, jedoch die notwendigen Planungen durch Bereitstellung von Personal unterstützen. Denn hier bestehen beim Bund Engpässe an qualifiziertem Personal für die Fachplanungen.

Aus Sicht der Region sind die neuesten Ergebnisse zum Ausbau der Neckarschleusen erfreulich. Zwar müssen auf Bundesebene noch wichtige Entscheidungen positiv gefällt werden, der vorgelegte Zeitplan ist dafür jedoch eine gute Entscheidungsgrundlage. Mit Staatssekretär Köberle vom Innenministerium Baden-Württemberg bleibt jetzt vor allem der Appell an die verladende Wirtschaft, den Verkehrsweg Wasserstraße bestmöglich zu nutzen. Der Güterumschlag der Binnenschifffahrt ist im Jahr 2006 in Baden-Württemberg durchschnittlich um drei Prozent gestiegen. Weit überdurchschnittlich zeigte sich hier der Hafen Heilbronn, der laut Statistischem Landesamt in 2006 um sechs Prozent zulegen konnte und damit seine Position als umschlagsstärkster Hafen am Neckar festigen konnte.

 
     
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