Die unzureichende Breitbandversorgung in der Region Heilbronn-Franken ist bei vielen Terminen in der Region derzeit das Thema Nummer 1. Das machte Verbandsdirektor Klaus Mandel am Montag Morgen auf der Informationsveranstaltung zur Breitbandversorgung des Regionalverbands Heilbronn-Franken in Künzelsau deutlich. Etwa sechzig Teilnehmer, vorwiegend aus der Kommunalverwaltung, waren der Einladung des Regionalverbands in die Stadthalle gefolgt. Aber auch zahlreiche Gemeinderäte und Ortsvorsteher konnte der Verbandsdirektor begrüßen.
Mandel ging in seinem Beitrag auf verschiedene Probleme aus regionaler Sicht ein: Die fehlende flächenhafte Versorgung, mögliche negative Folgen der hohen dynamischen Entwicklung in diesem Sektor, die unzureichende Definition von Breitband, die notwendige Einzelfallbetrachtung aufgrund der individuellen Situation und Struktur jeder Gemeinde. Aber er machte auch Mut: Das Interesse und die Verantwortung der Gemeinden sei jetzt präsent, Fördermöglichkeiten des Landes und die Initiative des Bundes böten Chancen und die Gemeinden müssten zusammenrücken, um gemeinsam ihre Interessen durchzusetzen.
Bürgermeister Volker Lenz als Hausherr hatte zuvor die Teilnehmer der Veranstaltung begrüßt und auf das derzeitige Spannungsverhältnis zwischen Innovationsfreudigkeit und Finanzmangel aufgrund der Wirtschaftkrise aufmerksam gemacht. Dennoch wolle Künzelsau die Chance nutzen, die Breitbandversorgung der Stadt mit ihren zahlreichen Teilorten voranzutreiben. Die zwischenzeitlich abgeschlossene flächendeckende und Gemeindegrenzen überschreitende Untersuchung habe als Ziel 16 MBit/s als durchgängige Versorgung gehabt. Um dies zu realisieren, seien trotz Förderung durch das Land hohe Investitionen notwendig, die nur über mehrere Jahre hinweg geleistet werden könnten.
Thomas Siegle von tkt teleconsult Kommunikationstechnik in Backnang stellte in seinem Beitrag die aktuelle Situation der Technologien zum Anschluss an die Breitbandinfrastruktur dar. Er ging auch auf die verschiedenen Vor- und Nachteile einzelner Techniken für die unterschiedlichen Anwendergruppen ein. Es wurde deutlich, dass sich jede Gemeinde im Vorfeld von Aktivitäten gut überlegen muss, welche Strategien mit welchen Techniken sie verfolgen will und welches Ziel sie hat.
Thomas Berkel, Geschäftsführer von tkt teleconsult Kommunikationstechnik, vertiefte in seinem Beitrag die Überlegungen für Strategien zur Breitbandversorgung (nicht nur) im Ländlichen Raum. Auch er betonte, dass sich Nachbargemeinden zusammenschließen sollten, um Synergieeffekte zu erzielen und Kosten zu senken. Auch aus technischer Sicht sei langfristig eine Netzkonzeption über Gemeindegrenzen hinweg sinnvoll. Ziel müsse es zudem sein, eine homogene Versorgung zu erreichen, sonst würden durch Aufrüstung weißer Flecken leicht neue Ungleichgewichte entstehen. Schließlich plädierte Berkel für eine Glasfaserversorgung, da sie die größte Zukunftssicherheit bei niedrigsten Betriebskosten böte. Allerdings seien die Investitionskosten etwas höher.
Dr. Georg Ris vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg stellte schließlich die aktuellen Fördermöglichkeiten in Baden-Württemberg vor. Er legte dar, dass der Breitbandmarkt einem sehr raschen Wandel unterzogen sei, dass der Markt aufgrund der geringen Zahl an Wettbewerbern leicht mit dem Wettbewerbsrecht in Konflikt gerate und dass aufgrund der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise sich die Förder- und Finanzsituation seitens Bund und Land verschlechtern werde. Verschiedene Förderprogramme liefen in 2010 aus; was danach in welchem Umfang noch gefördert werde, wisse derzeit niemand zu sagen. Hinsichtlich der Digitalen Dividende läuft derzeit ein einjähriges Modellprojekt. Falls dies nicht erfolgreich sei, werde das Land in diesem Bereich nicht fördern.

Die Beiträge der Referenten können hier eingesehen und downgeloaded werden.
Thomas Siegle,
Senior Consultant;
tkt teleconsult Kommunikationstechnik GmbH, Backnang
Technologien zum Anschluss an die Breitbandinfrastruktur
Thomas Berkel,
Geschäftsführer,
tkt teleconsult Kommunikationstechnik GmbH, Backnang
Strategien zur Breitbandversorgung (nicht nur) im Ländlichen Raum
Dr. Georg Ris, Ministerialrat,
Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum
Baden-Württemberg, Stuttgart,
Förderung von Breitbandvorhaben
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