In seiner Herbstsitzung am 19. Oktober 2007 hat sich der Planungsausschuss des Regionalverbands Heilbronn-Franken mit dem Thema Breitbandversorgung in der Region Heilbronn-Franken beschäftigt. Alle Studien und bisher gemachten Erfahrungen zeigen, dass der Breitbandanschluß für den schnellen Transport großer Datenmengen im Empfang und Versand zunehmend zu einem wesentlichen Kriterium für Standortentscheidungen der Wirtschaft wird. Aber auch die private Nutzung des Internets benötigt immer größere Datenmengen, was spätestens mittelfristig ebenso die Nachfrage nach Breitbandangeboten steigern wird.
Eine Überprüfung des Regionalverbands Heilbronn-Franken über den gegenwärtigen Stand der Breitbandversorgung der Region ergibt ein gemischtes Bild:
Der Raum Heilbronn ist mit den meisten angebotenen Techniken gut versorgt, der weitgehend ländlich strukturierte übrige Raum der Region ist weniger gut und weniger breit versorgt. Ausnahmen bilden hier die meisten Mittelzentren und einige ‚Inseln’, in denen die Versorgung partiell bzw. bei einzelnen Techniken besser gegeben ist. Insgesamt müssen derzeit vor allem viele Teilorte als nahezu unversorgt oder zumindest schlecht versorgt angesehen werden.
Da der Telekommunikationsmarkt in Deutschland privatisiert ist, werden Entscheidungen über den Ausbau der Infrastruktur vor allem auch unter Rentabilitätsaspekten getroffen. Der Ländliche Raum ist jedoch dünner besiedelt als die Ballungsräume, so dass hier zunächst per se weniger Anschlüsse an das Netz erwartet werden, ein wesentliches Entscheidungskriterium der Unternehmen. Viele Beispiele zeigen jedoch, dass das Interesse an der Breitbandnutzung auch im Ländlichen Raum größer ist als manches Telekommunikationsunternehmen zunächst annimmt. Im Einzelfall, insbesondere wenn Betriebe mit großen Datenmengen am Ort sind, kann daher eine kommunale Förderung sinnvoll sein.
Bislang war ein finanzielles Engagement der Kommunen problematisch, da es als Beihilfe interpretiert werden konnte, die laut Europäischer Union für Einzelunternehmen untersagt ist. Das Land Baden-Württemberg hat sich nun um eine gemeindefreundliche Klarstellung bemüht und zusammen mit der Europäischen Kommission einen Leitfaden zur Verwendung öffentlicher Mittel zur flächendeckenden Versorgung des Ländlichen Raums mit Breitbandanschlüssen in Baden-Württemberg entwickelt.
Kommunen, die offensiv den Breitbandanschluß für ihre Wirtschaft und Bevölkerung suchen, haben nun die Möglichkeit, eine Beihilfe bis zu maximal 75.000 Euro pro Einzelfall zu geben. Dazu ist kein Genehmigungsverfahren notwendig, jedoch ein formaler Katalog mit vier Schritten abzuarbeiten und zu dokumentieren, die Voraussetzung für die Anwendung dieses Verfahrens sind.
Das Land Baden-Württemberg wiederum stellt in Aussicht, im Rahmen seines neuen Impulsprogramms für die nächsten zehn Jahre ca. 20 Mio. Euro für den Breitbandausbau zur Verfügung zu stellen. Zusammen mit den vom Bund angekündigten 2 Mio. Euro würde dies eine Summe von ca. 22 Mio. Euro ergeben.
Davon soll ein Teil in die Förderung der oben beschriebenen Beihilfen fließen. Gedacht ist an eine Beteiligung in Höhe von 40%, was bei 75.000 Euro max. 30.000 Euro je Einzelfall entspricht. Allerdings ist der Fördertopf gedeckelt, was heißt: Kommunen, die zu erst kommen, werden auch zuerst bedient. Dies verkündete Michael Reiss vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg in der vergangenen Woche auf einer Veranstaltung zur Breitbandversorgung im Ländlichen Raum in Tauberbischofsheim.
Einzelheiten und der ausführliche Leitfaden werden in diesen Tagen auf der homepage der Clearingstelle „Neue Medien im Ländlichen Raum“ http://www.clearingstelle-bw.de/leitfaden.html oder unter http://www.breitband-bw.info zur Verfügung stehen.
In diesem Zusammenhang weisen wir auch auf die neue Ausschreibung des Wettbewerbs InternetDorf/2008 Baden-Württemberg hin, den Wettbewerb zur Förderung der IT- und Medienentwicklung im Ländlichen Raum Baden-Württembergs.
Bewerbungsschluß ist Ende Januar 2008.
Im Jahr 2006 haben aus der Region Heilbronn-Franken die Gemeinden
Braunsbach, Güglingen, Mulfingen,
Bühlertann, Königheim, Pfedelbach und
Bühlerzell, Leingarten, Rosengarten
Forchtenberg, Mainhardt,
teilgenommen.
Informationen und Unterlagen können unter http://www.internetdorf.de abgerufen werden.
Hinweise gibt außerdem das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg auf seiner Internetseite http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de
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